Ergebnisse Teil 2

Auch aus den beiden Themenbereichen Jagd und Verwaltung stehen nun die ersten Ergebnisse zur Verfügung.

Forstliches Gutachten

Etwa 65% der befragten Jagdgenossenschaften haben ein Forstliches Gutachten für ihre Flächen. Für die Inhalte sind in über 70% der Fälle die Revierleitenden verantwortlich, nur zwei Jagdgenossenschaften gaben an, selbst die waldbaulichen Verjüngungsziele festzulegen. In der Regel wird das Forstliche Gutachten als weitere Planungsmaßnahme für die Abschussplanung und weitere waldbauliche Maßnahmen verwendet.

Jagdbögen

Die meisten Jagdgenossenschaften (49%) haben zwischen einem und drei Jagdbögen, etwa 31% haben bis zu zehn Jagdbögen und nur etwa sechs Jagdgenossenschaften gaben an mehr als zehn Jagdbögen zu verwalten. Diese sechs Jagdgenossenschaften sind kommunalverwaltet.

Über 90% der Jagdgenossenschaften verpachten das Jagdrecht an Jagdausübungsberechtigte. Eine Jagdgenossenschaft jagt in Eigenregie und zwei Jagdvorstände gaben an, die Flächen der Jagdgenossenschaft in einer Mischform zu bejagen. Sieben Jagdvorstände (5%) machten zur jagdlichen Organisationsform keine Angaben.

Die folgende Frage, ob die Jagdgenossenschaft bereits über eine Bejagung in Eigenregie nachgedacht habe, erschien im Online-Fragbogen nur denjenigen, die in der vorherigen Frage „Verpachtung“ ausgewählt hatten. Insgesamt wurde die Frage von 87% (n= 92) der Befragten beantwortet, wovon 15% angaben, bereits über die Einführung der Regiejagd nachgedacht zu haben.

Einfluss der Wildarten

In Abbildung 1 ist dargestellt, wie stark die in den Jagdgenossenschaften jeweils vorkommenden Tierarten die Zielerreichung in Forst- und Landwirtschaft beeinträchtigen, wenn diese auf der Fläche als Stand- oder Wechselwild vorkommen. Den mit Abstand größten Einfluss hat das Schwarzwild. Über 60% der Jagdvorstände gaben an, dass Schwarzwild einen starken bis sehr starken Einfluss auf die Zielerreichung ihrer Jagdgenossenschaft hat.

Auch das Rehwild hat in jeweils 30% der teilnehmenden Jagdgenossenschaften einen sehr starken bis starken bzw. mittleren Einfluss auf die Zielerreichung. Etwa 38% gaben an, dass der Einfluss auf die Zielerreichung nur schwach sei.

Abbildung 1: Einfluss verschiedener Wildarten auf die Zielerreichung der Jagdgenossenschaften (Angaben in Prozent, n=siehe Achsenbeschriftung)

Umgang mit Wildschäden

Zum Umgang mit Wildschäden wurden die Jagdgenossenschaften vertiefend befragt. Die Wildschadensersatzpflicht wird von fast 50% der Jagdgenossenschaften vollständig an die Jagdpachtenden abgegeben, knapp 36% haben einen Höchstsatz vereinbart. Deutlich seltener wird der Schadenssatz zwischen den Jagdpachtenden und der Jagdgenossenschaft geteilt (7%). Nur knapp 5% der Jagdgenossenschaften haben die Wildschadensersatzpflicht nicht abgetreten (Abbildung 2).

Abbildung 2: Abtretung der Wildschadenersatzspflicht an die Jagdpachtenden (Angaben in Prozent, n= 106)

Bei den meisten teilnehmenden Jagdgenossenschaften stehen Wildschäden auf den landwirtschaftlichen Flächen im Vordergrund (37%), was auch zu den Angaben der Flächennutzung passt, da an der Befragung mehr Jagdgenossenschaften mit landwirtschaftlich genutzten Flächen teilgenommen haben. Bei 30% der Befragten stehen Wald- und Feldschäden gleichermaßen im Vordergrund; Wildschäden auf forstlichen Flächen hingegen nur bei 9%. Etwa 14% gaben an, dass die Wildschäden keine Rolle spielten, solange sie von den Jagenden reguliert werden. Nur 7% haben keine bedeutenden Wildschäden.

Insgesamt 70% der Jagdgenossenschaften beteiligen die Jagdausübenden an Schutzmaßnahmen auf ihren Flächen. Knapp 22% gaben an, dies nicht zu tun und die restlichen 8% haben hierzu keine Angaben gemacht. Insgesamt einigen sich 76% der Jagdgenossenschaften beim Auftreten von Wildschäden gütlich mit den Jagdausübenden. In 11% der Fälle wurden die Schäden von einem Wildschadensschätzer ermittelt. Zwei Jagdgenossenschaften gaben an, eine Ausgleichskasse eingerichtet zu haben. Die restlichen Prozente umfassen Sonstiges und fehlende Antworten.

Die Teilnehmenden wurden gebeten die Jagd und die jagdliche Organisation betreffende Aussagen auf einer fünfstufigen Skala zu bewerten. Für eine bessere Darstellbarkeit wurden die Aussagen auf eine dreistufige Skala zusammengefasst (Abbildung 3).

Abbildung 3: Aussagen zur Jagd (Antworten in Prozent, n= 106)

Auffällig ist, dass sich die Jagdvorstände zwar überwiegend als informiert erachten, was die jagdliche Situation auf der Fläche betrifft und auch die Kommunikation mit den Jagenden positiv einschätzen, gleichzeitig aber das Ausbalancieren von Interessen als schwierig angesehen wird. Auch die Frage, ob es zu Konflikten bei der Festlegung von Zielvereinbarungen zum Rehwildabschuss gekommen ist, wurde von 57% der Jagdvorstände verneint. Als Hauptgründe für Konflikte wurden eine unterschiedliche Beurteilung der fachlichen Situation oder unterschiedliche Zielsetzungen genannt. Nur 10% gaben an, dass es aufgrund von zwischenmenschlichen Problemen zu Konflikten kommt.

Bei den Aussagen zur Jagd ließen sich zwei unterschiedliche Gruppen identifizieren. Die erste Gruppe setzt sich überwiegend aus Jagdvorständen zusammen, die angaben, über ausreichend Kenntnis über die jagdliche Situation auf der Fläche zu verfügen und dass die Wildschäden im Wald und im Feld nicht zu hoch seien. Außerdem fand die Aussage, dass es zu Konflikten mit den Jagenden kommt bei dieser Gruppe wenig Zustimmung. Bei der zweiten Gruppe verhält es sich genau umgekehrt. Diejenigen, die angaben, über wenig Kenntnis über die jagdliche Situation auf der Fläche zu verfügen, hatten auch Probleme bei Absprachen mit den Jagenden und das Gefühl, durch die Zielvereinbarungen im Rahmen von RobA keinen Handlungsspielraum gewonnen zu haben. Außerdem haben sie der Aussage, dass es schwierig ist, Überblick über die jagdliche Situation zu behalten, eher zugestimmt. Eine gute Beziehung zu den Jagdausübenden und Kenntnis der Situation scheinen demnach wichtige Faktoren die Bewältigung der Wildschadenssituation zu sein.

Die Frage nach der Stimmung zwischen den Jagenden und den Jagdgenossenschaften hat gezeigt, dass 67% der Jagdvorstände diese positiv einschätzen. Etwa 22% gaben an, dass das Verhältnis weder besonders gut noch besonders schlecht sei und nur 6% gaben an, dass die Stimmung schlecht sei.

Dass Information ein wichtiger Faktor ist, hat sich auch bei der Frage nach der Informiertheit über die rechtlichen Belange der Jagdgenossenschaft gezeigt: Es besteht ein signifikanter Zusammenhang mit dem Erreichen ökonomischer Ziele, wie die Verjüngung der Hauptbaumarten ohne Schutz oder die Verringerung von Wildschäden. Die Jagdgenossenschaften, welche sich besser informiert fühlen, können ihre Ziele auch besser erreichen.

Insgesamt gab allerdings nur weniger als die Hälfte der Teilnehmenden an, sich gut über die rechtlichen Belange informiert zu fühlen. Etwa 40% gaben an, sich nur teilweise informiert zu fühlen und fast 15% fühlten sich schlecht informiert (Abbildung 4). Auch die Verwaltungsart hatte hierauf nur einen geringen Einfluss.

Abbildung 4: Einschätzung der Jagdvorstände über den Grad der Informiertheit

Um die inneren (Verwaltungs-)Strukturen der Jagdgenossenschaften besser einordnen zu können, wurden die Jagdvorstände gebeten Aussagen zu ihrer Arbeit als Jagdvorstand auf einer fünfstufigen Skala von „stimme voll zu“ bis „stimme nicht zu“ zu bewerten. In der folgenden Grafik wurde die fünfstufige Skala aufgrund der besseren Darstellbarkeit zu einer dreistufigen zusammengefasst (Abbildung 5).

Abbildung 5: Aussagen zur Verwaltung der Jagdgenossenschaften (Antworten in Prozent, n= siehe Achsenbeschriftung)

Die Abbildung zeigt, dass die Jagdvorstände die Möglichkeit zur Abstimmung mit den Jagdausübenden und den Mitgliedern insgesamt sehr positiv bewerteten, sich allerdings nicht in allen Entscheidungen auf sie verlassen. Aus den Einschätzungen zu den Aussagen geht auch hervor, dass es für viele Jagdvorstände schwierig zu sein scheint, ihre Mitglieder zu kontaktieren und Information zu beziehen. Auch gaben nur knapp zwei Drittel der Jagdvorstände an, sich mit den die Jagdgenossenschaft betreffenden Formalitäten gut auszukennen. Untersucht man die Aussagen zur Verwaltung getrennt nach Verwaltungsart, fällt auf, dass die Abstimmung mit den Mitgliedern in den kommunalverwalteten Jagdgenossenschaften eher als aufwändig wahrgenommen wird. Diese Tendenz zeigt sich auch bei der Frage nach der Stimmung innerhalb der Jagdgenossenschaft. Etwa 80% der selbstverwalteten und nur 49% der kommunalverwalten Jagdgenossenschaften schätzen die Stimmung innerhalb der Jagdgenossenschaft als gut ein. Etwa 39% der kommunalverwalten Jagdgenossenschaften gaben an, dass die Stimmung innerhalb der Jagdgenossenschaften nur teilweise gut sei, bei den selbstverwalteten waren dies nur 16%. Schlecht ist die Stimmung, nach Angaben der Jagdvorstände, nur in insgesamt fünf Jagdgenossenschaften, von denen drei kommunalverwaltet und zwei selbstverwaltet sind.

Einen vertiefenden Einblicke bieten auch die Aussagen aus den freien Kommentarfeldern. Eine erste Auswertung finden Sie in Teil 3.

Die deskriptive Auswertung der Daten ist vorerst abgeschlossen. Auf dieser Grundlage werden wir den Datensatz weiter auswerten, um Zusammenhänge zu analysieren und zu untersuchen, inwieweit Unterschiede bei der Zielsetzung und Zielerreichung bestehen und welche Einflussfaktoren sich auf diese auswirken.